|
Anfang der 90er Jahre fand Professor John Boel aus Dänemark eine Kombination von Punkten verschiedener Akupunktursysteme, durch die es möglich wurde, eine große Anzahl von bisher nicht behandelbaren Augenerkrankungen teilweise wesentlich zu bessern.
Im wesentlichen handelt es sich um Punkte an den Händen und Füßen. In die Augen selbst wird bei dieser Methode jedoch nicht gestochen, auch wenn der Name dies nahe legt.
Die am häufigsten und erfolgreichsten mit der Augenakupunktur behandelbaren Augenerkrankungen sind folgende:
Bei der erblichen Retinitis pigmentosa, bei der die betroffenen nur in einem immer kleineren Winkel sehen können wie durch eine immer enge werdende Röhre, lässt sich der Winkel um bis zu 15 Grad verbessern, was für manche eine Verbesserung von über 100 Prozent bedeutet, wobei bei dieser Erkrankung die Erfolgschancen nicht so gut sind wie bei den anderen.
Bei den meisten der o.a. Augenerkrankungen bestehen Chancen von ca. 60 Prozent auf eine Besserung der Sehstörung, auch wenn es in den meisten Fällen, die sich in der Regel schon über mehrere Jahre hinziehen, nicht zu einer vollständigen Heilung kommen kann.
Für Patienten jedoch, die teilweise nur noch hell und dunkel unterscheiden können, ist es schon ein großer Erfolg, wenn sie mit einer Lesehilfe wieder einige Seiten lesen oder sich überhaupt in der Welt wieder optisch orientieren können.
Bei der Behandlung der Augenerkrankungen mit Akupunktur finden in der ersten Woche jeden Tag zwei Behandlungen im Abstand von mindestens einer Stunde statt, wobei jeweils verschiedene Punkte angestochen werden. Die Nadeln bleiben ca. 30 Minuten in der Haut; nach ca. einer Stunde kann dann mit der zweiten Behandlung des Tages begonnen werden.
Nach einer Woche wird der Behandlungserfolg überprüft, wonach in der Regel entschieden wird, ob weitere Behandlungen erfolgversprechend sind. Es ist es schon eine große Erleichterung, für die Betroffenen, wenn sie statt völliger Schwärze wieder Hell-dunkel wahrnehmen, Konturen erkennen oder sogar vielleicht wieder Farben sehen können. Und die Trugbilder, die einige Patienten mit Maculadegeneration quälend wahrnehmen, bilden sich in der Regel auch zurück.
Da bei Augenerkrankungen häufig auch Mangelzustände an Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren bestehen, sollten diese dem Organismus zusätzlich zugeführt werden.
Bei Erfolg der Behandlung berichten die Patienten von einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität, die sich in praktisch allen Bereichen des Lebens bemerkbar macht, weil das Sehen für fast alle kommunikativen Prozesse eine Schlüsselrolle spielt.
|